Systemische Ansätze der Führung sind ein "frontaler Angriff" gegen das traditionelle Führungsverständnis. Das Bild vom [wiki:Manager] als der dominante Macher, der auf Grund seines hierarchischen Einflussmonopols das Unternehmen steuert, wird ersetzt durch eine Orientierung an autonomen, verstreuten, selbständigen, selbstorganisierten Subsystemen (Fraktale Fabrik). In der Führungsforschung werden zwar schon seit langem partizipative Stile, teilautonome Gruppen, lockere Kontrolle etc. empfohlen, um die negativen Folgen direktiver Übersteuerung und Überregulierung zu vermeiden. Diese Lösungsvorschläge stützen sich aber meist auf die Human-Relations-Ideologie mit den Zielen [wiki:Selbstverwirklichung], besseres [wiki:Betriebsklima], Vertrauen, etc. und darauf aufbauend Leistungsverbesserung. Der systemische Ansatz betrachtet Organisationen als Systeme, die nie vollständig „von oben“ durchorganisiert sein können.
Manche Experten negieren die Möglichkeit systemischen Führens. Die Umsetzung systemtheoretischer Konzepte im Management gestaltet sich oft schwierig, da Sichtweise und Denkinstrumente der Systemtheorie sich nicht mit dem Alltagsverständnis (kausales Denken) und den gelernten Wahrnehmungsmustern von Managern decken. „Einfache Erklärungen haben größeren Appeal als der Verweis auf komplexe und komplizierte, "undurchschaubare" Zusammenhänge“. Oft wird der Manager immer noch als „Lenker oder Macher“ gesehen, wie der Titel eines vor kurzen erschienenen Beitrages zur Führungsforschung in der Zeitschrift „Führung und Organisation“ lautet. Theorieverkürzend wird „systemisch“ oft zur inhaltslosen Worthülse.
Auswahlkriterien:
- etabliert
- systemtheoretische Wurzeln (Luhmann)
- betriebswirtschaftlich ausgerichtet
- umfassende, konsistente theoretische GrundlageDie oben angeführten Auswahlkriterien erfüllt am konsequentesten wohl der Wiener Managementansatz, der sich explizit als die Umsetzung der Theorie Sozialer Systeme für den Bereich Management und Führung sieht.
Der Ansatz der systemischen Führung knüpft an den Erkenntnissen der neueren Systemtheorie, insbesondere von Luhmann (1984), an. Dabei werden vor allem die Prozesse der Selbstorganisation herausgestellt, die neben die durch „substantielles organisieren“ bewusst geschaffene Ordnung treten.
Systemisches Führen nach der Akademie für Führungskräfte der Wirtschaft heißt, Rahmenbedingungen zu gestalten und Impulse zu setzen. Systemische Führungskräfte setzen aufgrund Ihrer Persönlichkeit und Kompetenz Entwicklungsprozesse in Gang, verbessern Strukturen und Beziehungen. Das wirkt sich positiv auf die Kommunikation aus, Blockaden werden abgebaut und somit effizienteres Arbeiten ermöglicht.
Systemisches Führen bedeutet, nicht nur das [wiki:Team] und die [wiki:Organisation] im Blick zu haben, sondern auch den Einzelnen. Umgekehrt reicht der Blick auf den Einzelnen nicht aus, auch das Team und die Organisation müssen in die Betrachtung einbezogen werden. Selbstverständlich ist auch die Führungskraft selbst Teil des Systems und den entsprechenden Einflüssen ausgesetzt.
Der von Daniel F. Pinnow entwickelte Ansatz geht davon aus, dass die in Organisationen entstandenen Strukturen und Kulturen zu komplex sind und sich klassischen Steuerungsvorstellungen (Ursache-Wirkungs-Beziehungen) entziehen. Im Gegensatz dazu handelt es sich bei sozialen Systemen um Netzwerke von Handlungen, Wirkungen und Folgewirkungen mit vielfältigen Rückkopplungsschleifen und unter Beachtung selbstverstärkender Mechanismen.Bei der systemischen Führung handelt es sich also um ein Konzept des Handelns der Führungskräfte unter Beachtung der Bedeutung struktureller und kultureller Führung. Wichtig ist, dass systemisches Denken das Instrumentarium einer Führungskraft erweitert und ergänzt – und dieses nicht etwa ersetzt!
orientiert sich an den humanistischen Werten der Organisationsentwicklung, an systemtheoretischen Konzepten, an Überlegungen zum Konstruktivismus sowie zu der systemischen Beratung, an betriebswirtschaftlichen und organisationstheoretischen Konzepten.
versucht eine vorsichtig-optimistische Perspektive hinsichtlich Steuerbarkeit von Organisationen, ausgehend von einer systemtheoretischen Führungstheorie. Orientiert sich sehr stark an der Theorie Sozialer System von Luhmann (1984), sieht sich dabei als die exakteste Umsetzung der Theorie Sozialer Systeme im Bereich Management. Im Gegensatz zu vielen anderen "systemischen" Führungstheorien, die unter systemisch eigentlich meist nur ganzheitlich verstehen, versucht dieser Ansatz die Erkenntnisse von Luhmann voll zu integrieren und sich damit von den anderen sogenannten systemischen Führungs- und Managementansätzen abzugrenzen. Einen Überblick über den aktuellen wissenschaftlichen Stand von Systemischer Führung gibt z.B. Steinkellner, P. (2005), Systemische Intervention in der Mitarbeiterführung (siehe Literaturliste).
