Emotionale Intelligenz

Emotionale Defizite am Arbeitsplatz, so der amerikanische Psychologe Daniel Goleman führten zu Fehlern und Pannen, zu sinkender Produktivität und hoher Fluktuation. Der Manager als Dschungelkämpfer gehöre der Vergangenheit an, die Zukunft werde von „Virtuosen am interpersonalen Fähigkeiten“ bestimmt. Zur emotionalen Intelligenz gehört demnach auch der angemessene Umgang mit Fehlern, wie man Frust und Niederlagen wegsteckt und auch die Art, wie Führungskräfte Kritik äußern.


Empathie

Goleman hält „Empathie“ für eine Führungseigenschaft: Der Vorgesetzte hat die Gefühle der Mitarbeiter zu respektieren und sie in den Prozess intelligenter Entscheidungsfindung einzubauen. Teams gleichen oft einem Hexenkessel, so Goleman, voller versteckter Emotionen. Wer ein Team führen will, muss dafür sorgen, dass alle Beteiligten an einem Strang ziehen, was bei zwei Menschen schon schwierig sein kann.

Ein Manager, der sich nicht empathisch verhält und kein Mitgefühl ausdrücken kann, hat meist auch andere zwischenmenschliche Fähigkeiten nicht entwickelt und wird - so Goleman - über kurz oder lang scheitern. 

Was macht emotionale Intelligenz aus? 

* Die eigenen Emotionen kennen, seine eigenen Gefühle laufend beobachten, um sich besser zu verstehen.

* Mit den eigenen Gefühlen so umgehen, dass sie angemessen sind. Wer eine hohe emotionale Intelligenz besitzt, erholt sich schnell von seinen Rückschlägen.

* Emotionen in den Dienst eines Ziels stellen, emotionale Selbstbeherrschung: Belohnungen aufschieben und die Impulsivität unterdrücken ist die Grundlage jeder Art von Erfolg.

* Empathie: Die Fähigkeit, sich auf andere einzustellen. Die Unfähigkeit, die Gefühle anderer wahrzunehmen, ist ein großer Mangel an emotionaler Intelligenz.

* Umgang mit Beziehungen: Die Kunst der Beziehung besteht zum großen Teil darin, mit den Emotionen anderer umzugehen.

Was ist neu daran? 
 
Eigentlich nichts. Früher nannte man das gesunder Menschenverstand oder Herzensbildung, heute ist auch die Rede von der sozialen Kompetenz eines Mitarbeiters. Wer Menschen für sich einnehmen, sie für die Ziele der Firma begeistern kann, besitzt Führungseigenschaften, die wenig mit rationaler Intelligenz zu tun haben: Mit anderen zurechtkommen, kooperativ arbeiten, Konflikte fair austragen.

Hermann Hesses Steppenwolf Harry Haller könnte als der Prototyp eines Menschen mit geringer emotionaler Intelligenz gelten. Er war hochgebildet, aber seelisch unterentwickelt. Hermine, eine einfache Frau, war ihm emotional weit überlegen. Von Hermine lernte Harry Haller erst den Umgang mit Gefühlen, lernte er, was Leben ist.


Literatur

Goleman, Daniel: Emotionale Intelligenz, München 2001
 
Goleman, Daniel: Der Erfolgsquotient, München 2000
 
List, Karl-Heinz: Praixisbich Personalmanagement in der Pflege, Berlin 2010



Emotionale Intelligenz
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